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    Friederike Uhlig

 

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Referenzen

Franzi mit Iberico

Eineinhalb Jahre ist es her, dass Du zu uns kamst. Iberico hatte ich gerade mal einen Monat. Ich hatte mir ein erfahrenes Pferd gekauft, von dem ich etwas lernen wollte, angeblich war er M-Niveau geritten und ausgebildet. Doch hatte ich ein mit den Zähnen klapperndes, hektisches, unausbalanciertes und nervöses Pferd unter mir, was weder richtigen Schritt gehen konnte, noch bereit war, zuzuhören. Anzackeln und eigenmächtiges Davonstürmen. Von Dehnungsbereitschaft und korrekter Biegung keine Spur. Auch körperlich sah er nicht aus, wie ein korrekt gerittenes Pferd; keine schöne Oberhalslinie, dafür ein dicker Unterhals, kaum Rückenmuskeln usw. Ich hatte ihn mit einem nicht passenden Sattel und einem für seinen Ausbildungsstand absolut unpassendem Gebiss bekommen. Baustellen an allen Enden.
Auf den Boden der Tatsachen hast Du uns geholt, stets zum Nachdenken und vor allem weiterdenken angeregt, den Mut gegeben, bei Null anzufangen und Dinge, die er eigentlich schon kann, bewusst nicht abzufragen, da das Fundament nicht stimmt. Mehrere Wochen und sogar Monate nur Schritt scheint zunächst enorm langweilig, gerade für einen Spanier von seinem Temperament.


Ich lernte, ihm sagen zu können, wenn du nur Schritt schön gebogen und gestellt auf dem Zirkel gehen kannst, bist Du trotzdem ein Held. (Schön von Dir die Aussage, dass er permanent "etwas Wichtiges tun muss")
Trotz mancher Zweifel gab ich die Hoffnung nicht auf, aus Iberico ein gelassenes, zuhörendes und vor allem entspanntes Pferd machen zu können.
Du hast mir gezeigt, wie ich meinen Sitz als unterstützende Maßnahme gegen Schiefe und Unausbalanciertheit einsetzen kann, wirklich zu erspüren, warum es eigentlich Hilfe heißt. Warum, wann Bügeltritt, wann der Bewegung des Pferdes die eigene entgegenzusetzen, um daraus eine Hilfe werden zu lassen, die ihm hilft die Aufgaben als Reitpferd besser umsetzen zu können. Zu erkennen, dass sich manche Hilfen automatisch durch den Sitz ergeben und nicht zwanghaft per Automatismus abgespult werden, aber auch der eigenen Atmung, bewusst zu werden und diese gezielt einzusetzen.
Von Deiner Beratung hinsichtlich Ausrüstung, zum richtigen Zeitpunkt das passende "Werkzeug" zu haben, haben wir sehr profitiert.

        Franzi und Iberico

Auch jenseits von gebuchter Reitstunde, hat Friederike immer ein offenes Ohr für die momentanen Problemchen zwischen Reiter und Pferd. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Anruf um die nächste Reitstunde auszumachen in einem einstündigen Telefonat endet, dieses gespickt mit ein paar wertvollen Tipps.
Zwar geht es stets nur in ganz kleinen Schritten voran, aber angesichts des Zusammenspiels zwischen Ibericos Vorgeschichte, seinem ausgeprägtem Charakter und meiner Unerfahrenheit geht es peu a peu bergauf.
Der Umzug in die neue Umgebung zeigt, dass sich dieser Weg schon jetzt mehr als bezahlt macht. In der neuen Halle können wir ab Tag 1 unserer wieder aufgenommenen gemeinsamen Arbeit, gelassenen, raumgreifenden Schritt, einen lockeren Trab zeigen, kein nervöses Wegstürmen, kein Zähneklappern hörbar. Die Dehnungsbereitschft und schöne Biegung sind von Anfang an viel zuverlässiger da, als noch vor ein paar Monaten. Trotz fremder Geräusche drumherum, neuen Gerüchen und Stallkollegen zeigt sich Iberico nun vertrauensvoll, entspannt und findet es gar nicht mehr aufregend, geritten zu werden. Auch im unbekannten Gelände können wir nun am hingegeben Zügel ohne den Drang, schneller gehen zu müssen, gemeinsam die idyllischen Landstriche des Elsasses erkunden.
Ich danke Dir, liebe Friederike für den Weg, den Du uns geebnet hast, Deine Geduld, Deine Anregungen und Dein stets offenes Ohr. Schade, dass unsere gemeinsame Zeit in Leipzig nur so kurz war.
 
Herzliche Grüße aus dem Dreiländereck.
 
Franzi und Iberico